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Dezember 2010
Dezember 2010

Gedanken zum Monatsspruch Dezember:

„Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ 
(Matthäus 3,2)


„Die Königin von England kommt!“ Wir sollen an der Straße stehen und winken. Große Aufregung in unserer Klasse! Der Unterricht fällt aus. Die Gedanken an Mathe und Latein bleiben im Klassenzimmer zurück. Jetzt ist etwas anderes wichtiger. Wir marschieren mit unseren Fähnchen zur Maximilianstraße und warten. Wir stehen lange da, recken die Hälse. Dann der Ruf: „Sie kommen!“ - Polizeieskorte auf weißen Motorrädern, schwarze Staatskarossen, eine winkende Monarchin, ein strahlender Ministerpräsident, wir wedeln mit unseren Fähnchen - und schon ist alles vorbei.
„Das Himmelreich ist nahe!“ Johannes, der Bote kündigt den König an. Nicht auf Staatsbesuch. Nicht für ein paar Stunden oder Tage. Für immer. Er wird seine Herrschaft antreten, Heil, Frieden und Gerechtigkeit bringen. Das, wonach wir uns am tiefsten sehnen. Wonach die ganze Welt sich sehnt.
„Der König kommt!“ Keiner soll das versäumen. Dabei sein ist alles.
Doch dafür müssen Kopf und Hände frei sein. „Kehrt um“, sagt Johannes. Das heißt: „Ändert euere Gesinnung, euere Einstellung“.
Prüft das, was euer Leben tagtäglich bestimmt. Entspricht das diesem König und was ihm wichtig ist? Wir wissen im Grunde, worauf es dem kommenden König ankommt. Denn seine „Regierungserklärung“ haben wir schriftlich: in der Bergpredigt.
Prüfen, umdenken, ablegen, was nicht zu ihm passt, neue Schritte gehen, so werden wir bereit, ihn zu empfangen. Dabei ist es gut möglich, dass wir uns unsicher fühlen. Dieser Stil ist in unserer Welt fremd. Doch keine Angst: Wir kommen nicht „unter die Räder“. Denn er steht zu seinen Zusagen.  

Richard Hasenöder