Bericht der Frankenpost im Ressort Marktredwitz am 12.07.2007:
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BEZIRKSVORSITZENDER HELMAR VETTER BEIM 100. JUBILÄUM DER LANDESKIRCHLICHEN GEMEINSCHAFT
Evangelium Anker für die Menschen
Von revolutionären Treffen bis hin zum Hauskreis / Zahlreiche Gratulanten bei Festnachmittag
100. Geburtstag feierte die Landeskirchliche Gemeinschaft (LKG) in Marktredwitz. Zum Festnachmittag waren viele Gratulanten gekommen. Der Posaunenchor begleitete die Feierstunde mit Liedvorträgen.
MARKTREDWITZ – Zum 100-jährigen Bestehen gratulierte Dekan Hans-Jürgen Buchta im Namen des Dekanatsbezirkes: „Wir haben eine sehr gute Beziehung mit der Landeskirchlichen Gemeinschaft.“ Sie habe ein „evangelisches Profil“. Trotz gewisser Unterschiede sei man tolerant. Dass die LKG ihren Grundsätzen 100 Jahre treu geblieben ist, das zeichne sie ganz besonders aus. Auf ihre Leistung und Arbeit könne die Landeskirchliche Gemeinschaft stolz sein.
Landrat Dr. Peter Seißer zitierte einen Spruch aus der Bibel: „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit, denen die verloren sind, uns aber die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft.“ Er dankte der Landeskirchlichen Gemeinschaft, dass sie diese Botschaft vom Kreuz nicht nur seit 100 Jahren in Marktredwitz und Umgebung verkünde, sondern dass sie sie auch lebe in einer Zeit, wo man viele andere Dinge in den Vordergrund stelle. Seißer wünschte, „dass nach diesen 100 Jahren LKG in Marktredwitz noch viele Jahrhunderte folgen und dass es gelingt, junge Menschen anzusprechen.“
Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder freute sich über dieses Jubiläum, „weil wir in dieser Woche auch 100 Jahre Marktredwitzer Stadtrechte feiern“. Irgendwie müsse es einen Zusammenhang geben, den sie noch nicht herausgefunden habe. Seelbinder dankte der LKG für ihren Dienst an den Gläubigen in Marktredwitz. „Es ist ein guter Dienst.“ Ihr Dank galt auch Prediger André Spindler, dem eine Begleitung im Gebet sehr wichtig sei. „Gerade wenn man nicht will, dass die Esoterik und die Spiritualistik Auswüchse annimmt, wie wir sie auf keinen Fall wünschen.“
„Schande über meine 24-bändige Enzyklopädie von Meyers – sie sagt kein Wort über Marktredwitz. Auch keinen Erfolg hatte ich in meinem Buch ,Schatzkammer Deutschland’, da müsste doch etwas drinstehen“, bedauerte Verbandsvorsitzender Professor Wolf-Ewald Büttner. Fündig wurde er im Internet unter www.marktredwitz.de. Da stoße man unter Kirchen sogar auf die LKG. Die Informationssuche sei aber gar nicht so einfach. „Stellen Sie sich vor, wir könnten im Himmel nachschauen, was da alles über Marktredwitz und die hiesige LKG steht.“ Vorläufig seien diese Bücher noch unter Verschluss. „Warten wir es ab und tun unser Bestes, dass es ein erfreulicher Bericht wird, einer, über den Gott geehrt wird und über den sich Menschen freuen können.“
Bezirksvorsitzender Helmar Vetter meinte in seinem Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre: „Die Welt hat sich verändert, Gottes Wort ist geblieben. Wir beklagen den Werteverlust, obwohl die Menschen viele Werte geschaffen haben – und darin sehen wir den Auftrag für die Zukunft, weiterhin den Menschen die frohe Botschaft Christus zu verkündigen.“ Wer sich Christi anvertraut, habe keinen Werteverlust, sondern erfahre eine Aufwertung. „Das den Menschen zu vermitteln in dieser Stadt und der Umgebung war 100 Jahre lang unser Auftrag und ist auch weiterhin der Auftrag der LKG Marktredwitz.“ Denn die frohe Botschaft des Evangeliums sei für alle Menschen ein Anker. „Mit Jesus alle Tage lautet das Motto unserer 100-Jahr-Feier.“ So könnten Menschen aller Generationen getrost in die Zukunft gehen.
Dekan Erwin Lechner erinnerte an die Anfänge der Landeskirchlichen Gemeinschaft: „Am Anfang waren Männer und Frauen im hochfränkischen Bereich, beeinflusst vom Pietismus und Methodismus, die mehr über den christlichen Glauben wissen wollten.“ Neben dem Gottesdienst in der Kirche trafen sie sich am Nachmittag oder am Abend zu vertiefenden Veranstaltungen in den Häusern, „damals revolutionär – heute ist es der Hauskreis“. Er sei dankbar, dass die Gefahr einer Separation vermieden wurde. Die Erweckten wollten bewusst in der evangelisch-lutherischen Kirche bleiben: „Auch wenn man sagen muss, es gab Unverständnis bei den Pfarrern.“
HEINZ HERDEGEN
Abdruck des Original-Artikels, der unter www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/marktredwitz/ art2442,680507.html verfügbar ist.
